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Schmidt Spiele 01101 - Ligretto, blau

Ligretto beweist wieder einmal, dass meist die einfachen Spiele die besten sind. Das Spielprinzip dass jeder gleichzeitig anlegen kann, garantiert Adrenalin pur. Jeder spielt gleichzeitig und wer als erster seinen Stapel los geworden ist hat gewonnen. Was sich in der Erklärung noch ein wenig matt anhört ist in der Realität von unglaublichem Tempo geprägt. Nur wer alle Karten überblickt und blitzschnell reagiert, kann gewinnen. Was ist beim spielen zu berücksichtigen: Die Spieler sollten in möglichst gleichem Abstand zueinander sitzen. Wer an einem länglichen Tisch an den kurzen Seiten sitzt hat so gut wie keine Chance. Bei nur 3 Spielern sollten 4 Karten anstatt 3 offen aufgelegt werden. Andernfalls wird das Spiel einfach zu langsam. Denn je mehr Spieler gleichzeitig Karten aufdecken, desto höher die Wahrscheinlichkeit einen passenden Kartenstapel zu finden und desto schneller wird das Spiel. Anfängern empfehle ich nur zu viert, maximal zu sechst zu spielen. Bei mehr als 8 Personen ist es kaum mehr möglich alle Karten im Auge zu behalten und die Runden sind extrem schnell zu Ende. Das bedeutet immer wieder fette Minuspunkte und das Spiel dauert entsprechend lange. Ligretto ist geeignet für Kinder ab ca. 8-9 Jahren. Für Erwachsene selbstverständlich auch. Die 3 unterschiedlichen Ligretto Spiele (grün, rot und blau) unterscheiden sich nur durch die Rückenfarbe der Karten. Pro Päckchen können 4 Personen mitspielen - mit einem 4, mit 2 Päckchen 8 und mit 3 Päckchen 12. Wichtig ist, dass keine Päckchen gleicher Farbe gleichzeitig verwendet werden können, da die unterschiedlichen Farben notwendig sind um die Punkte auszuwerten. Wer vor hat in Gruppen mit mehr als 4 Personen zu spielen, muss sich daher gleich 2 Spiele besorgen. Es ist zwar völlig egal welches Spiel man kauft, da die Karten bis auf die Rückseite identisch sind. Ich persönlich finde das grüne Spiel am besten, da man die Farben am leichtesten unterscheiden kann (rot, grün, blau, gelb). Das ist bei sortieren der Karten nach jeder Runde von Vorteil. In den anderen Päckchen sind Pastellfarben vorherrschend und man muss schon etwas genauer hinsehen. Nicht tragisch, aber unbequem. Ligretto ist ein Spiel, das man entweder liebt oder hasst. Spielspass ist aber in jedem Fall garantiert. Wir holen es immer dann aus der Lade, wenn auf einer langen Party die Müdigkeit zuzuschlagen droht. Nach 2 Partien dieses famosen Spiels hat keiner mehr das Bedürfnis zu schlafen.

Schmidt Spiele 57988 - Puzzle Pad für Puzzles bis 3000 Teile

Ich habe vor einiger Zeit in einem Geschäft zufällig ein Puzzle mit einem sehr schönen Motiv gefunden.
Das Puzzle hat 3000 Teile und passt leider nicht auf meinen Tisch. Da ich den Boden auch ab und zu sauber machen möchte musste eine mobile Lösung her.
Und da war sie!
Dieses ist eines der wenigen Puzzle Pads, die groß genug für 3000 Teile sind und dabei das günstigste.
In der Verpackung befindet sich eine große Rolle, drei Klettverschlüsse und das Pad. Die Rolle besteht aus drei Teilen, die in einander verschraubt werden. Auf dem Pad selbst sind Linien eingezeichnet, die die Ränder der Puzzles markieren. Dabei gibt es Markierungen für 500 bis 3000 Teile in den unterschiedlichsten Formaten. Dadurch hat man schonmal am Anfang eine Orientierung, wie groß das Puzzle sein wird.
Diese Orientierung braucht man auch, da sich Puzzles nicht so leicht auf dem Filz verschieben lassen. Das ist auch gut so, denn sonst würden sie beim vertikalen Transport heraus fallen, jedoch stört das beim Puzzlen ein wenig, wenn man einen Teil zusammengesetzt hat und diesen leicht falsch platziert hat. Ich habe das mit einem Blatt Papier gelöst, das ich darunter geschoben habe. Hat super funktioniert.
Von der Größe her sind auf dem Pad um das 3000-er Puzzle noch etwa 8-10 cm Platz. Anfangs war ich etwas skeptisch beim Transport (vor allem, als das Puzzle noch kaum zusammengesetzt war), jedoch war das absolut unbegründet. Sogar nach einer Zugfahrt waren Alle Puzzles nach dem Ausrollen noch auf dem selben Platz, wie vorher.

Alles in allem kann ich das Pad jedem weiterempfehlen, der keinen freien Tisch für sein Puzzle hat oder das Puzzle öfter mal in den Schrank stellen möchte.

Hans im Glück 48189 - Dominion, Spiel des Jahres 2009

Wir haben uns Dominion gekauft, weil die Rezensionen sehr gut und positiv klangen, wir mittelalterliche Spiele mögen und ein Spiel suchten, welches auch gut zu zweit spielbar ist.

Zunächst muss hervorgehoben werden, dass Dominion ein Spiel ist, was sich sehr unterschiedlich spielt je nachdem wie viele Spieler teilnehmen und damit auch sehr viele Möglichkeiten und Facetten bietet. Dies wird in der Grundregel schon berücksichtigt und es gibt dem entsprechend unterschiedliche Startbedingungen -je nach Spielerzahl-, die den Startkartensatz modifizieren.
Gut ist, dass unterschiedliche Start-Kartendecks zur Auswahl gestellt werden. So wird man in die vielen zur Verfügung stehenden Karten und unterschiedlichen Möglichkeiten dieses Spiel eingeführt, bis man sich eigene Starterdecks selber zusammenstellen kann. Anfangs findet man sich in der Fülle der Möglichkeiten der zur Verfügung stehenden Karten noch nicht zurecht. Ein Startkartendeck besteht immer aus 10 (neben Geld und Anwesen, Provinz und Herzogtum, die immer ausliegen) der zur Verfügung stehenden Kartensätze.


Interessant ist der Spielemechanismus. Jeder Spieler fängt exakt mit dem gleichen Hand-Kartensatz an.
Es geht darum, sein Dominion von der Grundausstattung her zu erweitern. Hierzu stehen unterschiedliche Möglichkeiten und Aktionen offen zB Geld kaufen, es einsetzen, um Aktionskarten zu kaufen oder weitere Anwesen, Herzogtümer oder die begehrten Provinzen...

Gespielt wird in drei Phasen:

1. Phase: Aktion -
diese Phase kann, muss aber nicht gespielt werden - die Handkarten enthalten manchmal gar keine Aktionskarten, die man ausspielen kann... Aktionskarten muss man sich auch erst im Laufe des Spiels kaufen. Die Aktionen ermöglichen einem viele Vergünstigungen... zB die Mine, mit der man GEld aufwerten kann: aus Kupfer kann Silber und aus Silber Gold werden...

2. Phase: Kaufen -
kann, muss aber nicht gespielt werden: mit den GEldkarten können Aktionskarten, Gebäude oder weitere Geldkarten gekauft werden... Aktionskarten können zusätzliche Kaufaktionen bewirken und zusätzliches Geld, welches man in dieser Phase ausgeben kann...

3. Phase Aufräumen -
alle ausgespielten und nicht ausgespielten Karten von der Hand werden wieder zusammengeräumt und auf den eigenen Ablagestapel gelegt. Abschließend werden vom eigenen Nachziehstapel 5 neue Handkarten aufgenommen, die in der nächsten Runde dann zum Ausspielen zur Verfügung stehen...

Spielende: Entweder, wenn der Provinzstapel leer ist oder 3 beliebige Stapel aus dem Vorrat sind leer.

Fazit:

Dominion ist in vielen Kartendeckvarianten gespielt kein besonders interaktives Spiel. Jeder Spieler baut an seinem eigenen Dominion und hat hierfür unterschiedliche Möglichkeiten und Wege zur Verfügung.

Das interaktive Element ist mir zu gering, obwohl es vor allem an dem Startkartendeck liegt und welche Aktionskarten dort angeboten werden. Es gibt einen Startkartensatz, der in der Spiel-Anleitung als Möglichkeit "INTERAKTIV" angeboten wird und der das Spiel zumindest etwas interaktiver werden lässt. Es gibt zB die Hexe als Möglichkeit mit FLUCH-Karten die Siegpunkte des Gegners zu minimieren. Aber ohne Hexe kein Fluch und die Interaktion ist dementsprechend minimiert.... Zudem gibt es auch die Karte Miliz, die es ermöglicht die gegnerischen Handkarten auf 3 Karten zu reduzieren. Als Abwehr des Angriffs steht der Burggraben zur Verfügung, sofern man ihn auf der Hand hat...

Das größte Manko an diesem Spiel ist für mich aber, dass es zwar sehr viele verschiedene Karten und Spielmöglichkeiten gibt, am Ende jedoch "nur" die Anzahl der erworbenen Wappen auf Anwesen-, Herzogtum- und Provinzkarten über den Sieg entscheidet.

Letztlich kommt es also darauf an, insbesondere die 6-Wappen zählenden Provinzen zu ergattern. Da also die Wappenanzahl allein ausschlaggebend ist, wird das Spiel etwas einseitig und der Run auf die teuren Provinzen beginnt recht schnell. Auf den Spielablauf an sich kommt es nicht weiter an, da dort keine zusätzlichen Punkte erlangt werden können (Hexe minimiert jedoch mit Fluchkarten gegebenfalls die gegnerischen Wappen...).

Positiv finde ich die Fülle an Möglichkeiten, die dieses Spiel bietet. Das Grunddeck von 10 Aktionskarten ist wie beschrieben variabel und kann aus sehr vielen unterschiedlichen (Aktions-)Karten zusammengestellt werden.

Es ist alles in allem aber eher ein "Stressspiel", da man schnell spielen und entscheiden muss. Ein Ausbauen bzw. Auslegen von dauerhaften Fähigkeiten oder Gebäuden gibt es nicht, da ja am Ende jeder Runde "aufgeräumt" wird.

Ich schwanke zwischen 3 und 4 Sternen und entscheide mich für nur 3 Sterne, da es sich hier um kein langfristiges strategisches Aufbauspiel handelt, sondern um ein kurzweiliges Optimierungsspiel, was aber durchaus seinen Reiz hat.
Ich persönlich spiele aber lieber langfristige Spiele wie Runebound, Carcassonne, Agricola, Schatten über Camelot .... und ich plane lieber.

Trotzdem ist es wirklich ein gelungenes Spiel, mit kurzweiligen Effekten, das auch wirklich Spass macht!